{"id":1229,"date":"2002-11-25T00:00:00","date_gmt":"2002-11-25T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/seegras.discordia.ch\/Blog\/?p=1229"},"modified":"2019-01-17T23:59:40","modified_gmt":"2019-01-17T22:59:40","slug":"schwarzkopien-und-marktwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/seegras.discordia.ch\/Blog\/schwarzkopien-und-marktwirtschaft\/","title":{"rendered":"Schwarzkopien und Marktwirtschaft"},"content":{"rendered":"<p>[Zuerst erschienen auf <a href=\"https:\/\/www.symlink.ch\/articles\/02\/11\/22\/1345228.shtml\">symlink.ch<\/a>]<\/p>\n<p>Der wichtigste Punkt an der ganzen Sache ist der, dass Schwarzkopien effektiv in Konkurrenz zu legal erworbenen Kopien steht.<\/p>\n<p>Der Kampf gegen Schwarzkopien kann also eigentlich nur mit<br \/>\nmarktwirtschaftlichen Mitteln gewonnen werden, und weder mit<br \/>\nlegalen noch mit technischen Massnahmen. Das einzige was hilft<br \/>\nist den Markt f\u00fcr Schwarzkopien auszutrocknen, respektive unattraktiv<br \/>\nzu machen. Es muss einerseits m\u00fchsamer sein eine Schwarzkopie zu<br \/>\nbekommen, und andererseits darf diese nicht Mehrwert besitzen.<\/p>\n<p>Ein frei kopierbares MP3-File hat gegen\u00fcber einem Kopiergesch\u00fctzten<br \/>\nWMA-File einen deutlichen Mehrwert; ein DIVX hat gegen\u00fcber einer DVD<br \/>\nden Mehrwert dass es weder Regioncode hat, noch 50% der Prozessorleistung<br \/>\nf\u00fcr ein Content Scrambling System verbr\u00e4t. Damit verschiebt DRM den Mehrwert<br \/>\nzugunsten von Schwarzkopien und erreicht genau das Gegenteil dessen was<br \/>\nbeabsichtigt war.<\/p>\n<p>Die einzige M\u00f6glichkeit ist also den Erhalt der Werke m\u00f6glichst einfach<br \/>\nzu gestalten, die Bezahlung auch f\u00fcr Kleinstbetr\u00e4ge einfach und auch<br \/>\nAnonym zu erm\u00f6glichen (Weil die Aufgabe von Anonymit\u00e4t auch schon wieder<br \/>\nden Mehrwert verringert!), keine Kopierschutzmassnahmen einzubauen, einen<br \/>\nvern\u00fcnftige Preisgestaltung zu betreiben und nach M\u00f6glichkeit zus\u00e4tzlichen<br \/>\nMehrwert zu bieten (Beispiele sind sch\u00f6ne Booklets f\u00fcr CDs, sehr gute<br \/>\nQualit\u00e4t f\u00fcr DVDs, Surround-Sound bei DVDs etc.)<\/p>\n<p>Der Kampf gegen Tauschb\u00f6rsen kann erfolgreich sein, aber nur dann wenn<br \/>\nder Leidensdruck f\u00fcr die Benutzung einer Tauschb\u00f6rse (lange Downloadzeiten,<br \/>\nunbekannte Qualit\u00e4t der Files) gr\u00f6sser ist als der Mehrwert den die<br \/>\nSchwarzkopien gegen\u00fcber einer legal erworbenen Kopie bieten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dazu ist es aber allererstens notwendig dass die Inhaltsanbieter<br \/>\nabstand von Kopierschutzmassnahmen und DRM nehmen; selber anfangen<br \/>\ndie Inhalte zum Download anzubieten (und zwar Weltweit; soweit die<br \/>\nRechte verzettelt sind m\u00fcssen die eben gesammelt werden, aber das<br \/>\nist ein Problem der Anbieter) und geeignete Zahlungssysteme unterst\u00fctzen<br \/>\n(z.b. eCash).<\/p>\n<p>Sobald gen\u00fcgend gute Alternativen existieren kann dann auch mit dem<br \/>\nganz normalen Urheberrechtsgesetz gegen die Tauschb\u00f6rsen vorgegangen<br \/>\nwerden. Einerseits machen sich ja nur die Anbieter von Schwarzkopien<br \/>\nstrafbar (was den Kreis der belangbaren Leute verringert), und andererseits<br \/>\nist zu erwarten dass die &#8220;Kundschaft&#8221; von P2P-Tauschb\u00f6rsen zur\u00fcckgeht sobald<br \/>\ngeeignete, sprich Konkurrenzf\u00e4hige, legale Angebote existieren. Damit<br \/>\nverringern sich dann die Anbieterzahl von Schwarzkopien auf ein Niveau,<br \/>\ndas entweder legal in den Griff zu bekommen ist, oder aber deren Aktionen<br \/>\nunter &#8220;Werbemassnahmen&#8221; verbucht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Tauschb\u00f6rsen k\u00f6nnen von den Anbietern als Barometer benutzt werden:<br \/>\nWenn viele Leute Schwarzkopien tauschen, dann ist das legale Angebot zu<br \/>\nschlecht. Ganz einfach.<\/p>\n<p>Peter Keel,<\/p>\n<div id=\"date\">2002-11-25<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[Zuerst erschienen auf symlink.ch] Der wichtigste Punkt an der ganzen Sache ist der, dass Schwarzkopien effektiv in Konkurrenz zu legal erworbenen Kopien steht. Der Kampf gegen Schwarzkopien kann also eigentlich nur mit marktwirtschaftlichen Mitteln gewonnen werden, und weder mit legalen noch mit technischen Massnahmen. 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